SV Germania Gernrode e.V. » Pokalkrimi par excellence
SV Germania Gernrode e.V.

Pokalkrimi par excellence
02.09.2017 - 18:33 von td1311


Pokalkrimi par excellenceGeschrieben von: Maik Roßmeyer

Das erste Spiel der C-Jugend im Kreispokal verlangte nicht nur den Spielern sondern vor allem dem neuen Trainerteam, Christoph Wolters und Dirk Kolar, sowie den Fans alles ab. Die Germania Gernrode empfing zum Pokalkracher den aktuellen Spitzenreiter der Landesliga, die Germania aus Wernigerode.

Nicht einmal 10 Tage war es her, da hatten die Hausherren am ersten Spieltag der Landesliga noch mit 5:2 (Anschlusstore von Richard Sterz und Max Richter) in Wernigerode wenig überzeugend verloren. Ferner waren zuvor die ersten Testspiele der völlig neu formierten C-Jugend eher durchwachsen. Aber bereits am zweiten Spieltag gegen SG Harz/Ilsenburg war zu spüren, dass die Mannschaft mehr und mehr zusammenfindet. Nach einer kämpferisch ansprechenden Partie fuhr Germania mit 2:1 (Tore von Max Richter und Philipp Engel) den ersten Dreier in der jungen Landesligasaison ein.

Heute also war die Gelegenheit auf Wiedergutmachung gegen Wernigerode im Pokal. Und von Beginn an übernahm Gernrode das Spiel. Aus einer kontrollierten Abwehr heraus ließen die Hausherren Ball und Gegner laufen. Die Gäste waren von dem schnellen und schnörkellosen Kombinationsspiel sichtlich beeindruckt und die Abwehr überfordert. Ballstafette über William Zech und Aaron Vincentini: durchgesteckt auf Philipp Engel, der frei vor dem Torwart auftauchte und nach 5 Minuten zum 1:0 überlegt einnetzt.

Zwei Minuten später fast eine Kopie der vorangegangenen Aktion und wieder war es Philipp Engel, der den tollen Spielzug zum 2:0 veredelte. Gernrode drängte weiter. Nach einer viertel Stunde zog Max Richter aus der zweiten Reihe ab. Der Gästetorwart konnte den Ball nur prallen lassen, Philipp Engel stand wieder goldrichtig und verwandelte aus kurzer Distanz zum 3:0. Nach diesem lupenreinen Hattrick hörte die Spiellaune von Gernrode nicht auf und die Mannschaft erarbeitete sich bis zur Pause noch weitere Tormöglichkeiten.

Nach dem Seitenwechsel waren die Hausherren jedoch nicht wiederzuerkennen. Nach vorn ging jetzt wenig und die Abwehr war auf einmal fahrig wie dereinst in Wernigerode. Mit langen Bällen wurden nunmehr die Gästestürmer perfekt in Szene gesetzt und die Gernröder Abwehr fand keine Mittel, die Angreifer zu stoppen. Folgerichtig sieben Minuten nach Wiederanpfiff das 3:1 nach straffer Hereingabe über links auf den Mittelstürmer am kurzen Pfosten. Und die Verunsicherung ging weiter, Gernrode kam nicht mehr ins Spiel und ließ sich immer mehr hinten reindrängen.

Bis dahin hatte man noch einigermaßen den Topspieler von Wernigerode, Dominik Voigt im Griff gehabt, aber mit zunehmendem Spielverlauf konnten selbst 3 Gernröder Gegenspieler ihn nicht mehr stoppen. Eigentlich hätte man aus dem Spiel in Wernigerode, wo er fast im Alleingang das Match entschieden hatte, es besser wissen und verteidigen müssen. Gleich zwei Mal tanzte er die gesamte Hintermannschaft aus und so stand es 10 Minuten vor Abpfiff 3:3. Kopfschütteln auf der einen Seite, Aufwind auf der anderen. Nur mit Mühe schleppte sich Gernrode bis zum Ende der regulären Spielzeit, hätte aber fast noch eine lucky Punch gelandet, als nach einer Ecke von Eike Roßmeyer den Torschuss von Jari Holla der Gästetorwart gerade noch auf der Linie parieren konnte.

Das bedeutete 2x5 Minuten Verlängerung. Hier hatte Gernrode die besseren Spielanteile wieder zurückerobert, nur fehlte die nötige Fortune. Torlose Extrazeit verlangte also Elfmeterschießen.

Nach diesem Wahnsinnspiel übernahmen Eike Roßmeyer, Richard Sterz, Max Richter, Janne Utpadel und Kapitän Henrik Krause die Verantwortung. Eike und Richard verwandelten jeweils sicher in die linke Ecke, Max wuchtig in die Mitte. Zu diesem Zeitpunkt hatte der erst zur Verlängerung eingewechselte Torwart Kevin Gröschler schon 2 Elfmeter von Wernigerode stark gehalten. Jannes Schuss ging über die Latte und so blieb es spannend, da der vierte Schütze von Wernigerode getroffen hatte.

Doch Henrik hämmerte den Ball unter die Querlatte und beendete mit 7:5 nach Elfmeterschießen diesen unglaublichen und nervenzerreibenden Pokalkrimi. Gernrode zog mit einem blauen Auge in die nächste Runde ein und sollte die heutige zweite Halbzeit schnell vergessen...
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